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Tipps zum Hochzeitsspiel: Holzstammsägen / Baumstamm zersägen

Baumstamm wird vom Brautpaar zersägt

Das ist ein Hochzeitsbrauch aus der Reihe "Brautaufhalten" bzw. "Wegsperre", der in Bayern schon im Mittelalter belegt ist und noch heute gern gespielt wird: Braut und Bräutigam wird ein Holzschneidebock mit Baumstamm in den Weg gestellt. Beide müssen sich den Weg freisägen, indem sie gemeinsam den Holzstamm mit einer Säge zerteilen.

Baumstammsägen - Spielanleitung

Wie müssen Säge und Sägebock sein?

Spielanleitung zum Holzstammsägen / Baumstammsägen

Holzstamm zersägen - das hört sich einfach an, doch zu oft ist diese Hochzeitsüberraschungen nicht gut durchdacht, und so wird aus der Überraschung eine Qual.

 

Wann, wo, wie überrascht man das Brautpaar mit dieser Aufgabe?

Diese Hochzeitsüberraschung sollte wirklich als Wegsperre gespielt werden, also nicht als Hochzeitsspiel bei der abendlichen Hochzeitsfeier im Festsaal. Denn nur, wenn der Baumstamm das Brautpaar aufhält, also den Weg versperrt, entfaltet sich die symbolische Bedeutung. Der Baumstamm steht also im Weg, aber noch nicht auf dem Weg zur Trauung, sondern auf dem Weg nach der standesamtlichen, kirchlichen oder freien Trauzeremonie, als Brautpaar hinein ins gemeinsame Leben.

"Ein Liebespaar wart Ihr schon einige Zeit; nun geht Ihr euren Weg weiter als Ehepaar. Ihr geht (mit Gottes Segen und) mit all unseren guten Wünschen - da kann euer Weg nur ein glücklicher sein. Aber - aber, es wird auch Zeiten geben, wo Ihr Probleme lösen müsst, wo Schwierigkeiten auf dem Weg liegen. Da macht man sich den Weg am besten mit vereinten Kräften wieder frei; das geht locker, wenn man sich aufeinander einstellt, wenn man einen gemeinsamen Rhythmus findet. Bitteschön, hier ist so ein Problem mitten auf eurem Weg. Jetzt könnt ihr üben und wir sehen gern, wie ihr euch aufeinander einstellt und dieses dicke Problem angeht."

Den beiden frisch Vermählten werden die Säge und Arbeitshandschuhe gereicht und sie können sich an die Arbeit machen. Beim Sägen können dem Paar noch Tipps gegeben werden:

"Wenn Ihr einen gemeinsamen Rhythmus findet und jeder von euch nur zieht und nicht schiebt, geht es besser."

Oft sehe ich, dass dem Brautpaar nicht die Aufgabe gegeben wird, den Baumstamm durchzusägen, sondern eine Scheibe abzusägen. Das kann auch Sinn machen, entspricht aber nicht dem traditionellen Sinn dieser Brautpaaraufgabe: Die Bedeutung des Baumstammsägens ist, sich gemeinsam den Weg freizusägen und nicht, sich eine Scheibe abzuschneiden!

 

Diese Brautpaarüberraschung kann so wie auf dem Video aussehen:

Aber: Der Sägebock ist hier zu wackelig und der Stamm zu dick und die Säge klemmt oft im Holzstamm und der Spaß dauert zu lange!

 

Dem Brautpaar darf gern geholfen werden!

Es muss ein stabiles Sägegestell (Holzschneidebock) benutzt werden. Der Baumstamm muss gut und fest liegen. Dazu hat der Sägebock am besten Verzahnungen, die den Stamm festhalten. Wenn Stamm und Sägebock dann doch wackeln, können Hochzeitsgäste gern den Sägebock und den Baum festhalten. Überhaupt darf dem Paar gern geholfen werden, wenn man merkt, dass die Aufgabe zu schwer ist oder zu lange dauert.

"Ja, manchmal wird euch das Beseitigen von Schwierigkeiten nicht ganz einfach fallen. Zum Glück habt Ihr Freunde, die nicht nur mit guten Wünschen und starken Bemerkungen bei euch sind, sondern gern auch tatkräftig mit anpacken, wenn ihr sie braucht. Auch das können wir heute schon mal zeigen."

 

Nachdem der Stamm zersägt ist

Nachdem das frischvermählte Paar den Baumstamm durchgesägt hat, kann es seinen Weg fortsetzen. Freunde bringen den Stamm mit zur Hochzeitsfeier. Dort können Gäste Holzscheiben abschneiden und zur Erinnerung mitnehmen. Vielleicht unterschreibt das Brautpaar auf diesen Holzscheiben. Eine Holzscheibe kann man dem Brautpaar schenken - mit Unterschriften der Gäste.

 

Der Holzstamm, der Sägebock und die richtige Säge

Wie müssen die Materialien sein und woher bekommt man sie am besten?

Benötigt wird ein Holzstamm, ein Sägebock (auf dem der Stamm zu liegen kommt) und eine Profi-Bogensäge, wie es sie speziell zum Zersägen vom Baumstämmen gibt. Mit den den falschen Utensilien und Materialien, ist es nicht wirklich ein Spaß. Also beachten Sie ein paar Tipps.

 

Der Holzstamm

Tipps, dass der Baumstamm dick sein soll (ganze 40 Zentimeter werden oftmals vorgeschlagen) oder dass man gar eine Eisenstange einarbeiten soll, damit das Sägen zur richtigen Anstrengung oder gar Qual wird, kann ich nicht nachvollziehen. Lassen Sie das lieber, denn es geht hier nicht um "Brautpaarverarschung" sondern um eine Symbolhandlung, die zeigt, welch ein gutes Team die Beiden bilden. Der Stamm (gern Birkenstamm) sollte natürlich nicht so dünn sein, dass er sich beim Sägen schon biegt; doch wenn er 20 cm Durchmesser hat, reicht das!

Dieses Video gibt ein paar gute Tipps, aber ...

... der Baumstamm ist zu dick und in dem Video wird gemogelt: Da fällt plötzlich die angeblich abgesägte Holzscheibe runter, aber es wurde gar keine Scheibe gesägt.

 

Die Säge

Ich habe schon erlebt, dass diese Hochzeitsüberraschung misslang, ein Rumgeruckel wurde, weil die Säge nicht taugte. Eine einfache Bogensäge, wie oft vorgeschlagen, genügt den Anforderungen nicht. Es muss eine Säge sein, die man von zwei Seiten gut greifen kann und die man nach zwei Seiten ziehen kann, also eine Säge, die für zwei Personen konstruiert ist. Das ist die sogenannte Zweimann-Schrotsäge, eine Spannsäge bzw. Gestellsäge. Eine solche Säge kann man von zwei Seiten abwechselnd ziehen - genau darum geht es in diesem Spiel.

Eine solche Spannsäge kann man schon für ca. 20,-- Euro kaufen. Man findet solche Sägen angeboten bei Ebay und Amazon.

 

Der Sägebock

Genau so wichtig wie die Säge ist der Sägebock, auch Sägegestell, Holzschneidebock und mancherorts auch Sägepferd genannt. Der Sägebock sollte stabil, standfest und kein wackliges Gestell sein. Man kann das Sägegestell natürlich selbst zimmern, bei YouTube findet man etliche Videos. Da sind Anleitungen für aufwändige Herstellung und auch für wackliche Gestelle aus Brettern. Folgendes Video zeigt aber eine gute Anleitung für einen sehr brauchbaren Holzsägebock:

 

Will man sich die Bastelarbeit nicht machen, so leiht man sich so ein Teil oder prüft die Sägeböcke bei Amazon. Es darf gern ein Sägebock aus Metall sein mit dem Vorteil, dass solche Exemplare zusammenklappbar sind und Verzahnungen haben, die den Baumstamm richtig fest halten, wie man hier sieht:

 

Arbeitshandschuhe für Braut und Bräutigam

Vergessen Sie auf keinen Fall die Arbeitshandschuhe. Denn das Brautpaar muss den Stamm, den es zersägen soll, festhalten. Brautpaare, die mit bloßen, nackten Händen die Aufgabe bewältigen sollen, scheuen sich oft, den Baumstamm festzuhalten und sich auch am Stamm abzustüzen - dann wird das Sägen zu einer wackligen Angelegenheit. Und natürlich schützen die Handschuhe vor Holzsplittern, Schmutz und Harz. Jedenfalls sollten im "Notfallset", welches die Brautjungfern für die Braut bei sich tragen, auch Feuchttücher zum Reinigen der Hände bereit sein.

 

Fertigsets mit Baumstamm, Säge und Holzsägebock

Ja, es gibt für die Hochzeitsüberraschung "Baumstamm sägen" Komplettsets zu kaufen. Diese enthalten Säge, Baumstamm, Sägebock und Handschuhe. 

Da ist also Alles, was man für dieses Hochzeitsspiel benötigt im Set. Sie sollten aber wissen: Wenn Sie Säge, Handschuhe, Sägebock einzeln kaufen und sich dazu den Baumstamm besorgen (Förster / Baumarkt / Gärtnerei), ist das weitaus preiswerter. Prüfen Sie das Angebot genau und lassen Sie sich auch nicht von den guten Kundenrezensionen blenden, denn die beziehen sich meist nicht auf das gelieferte "Baumstammsägeset"

 

Foto oben auf der Seite: Pixabay / heydii

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