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Brautentführung / Brautstehlen - Tradition und heutiges Möglichkeiten

Tradition des Brautraubs

Kreative Brautentführung

Am Polteraben & Junggesellenabschied

Der Bräutigam wird entführt

Die Schuhentführung!

Achtung: So nicht!

Zur Zeit der Raubritter soll es oft vorgekommen sein, dass Bräute am Hochzeitstag ernsthaft geraubt wurden und in irgendeiner Burg unauffindbar verschwanden. Man denkt, das seien nur Legenden, doch in etlichen Regionen der Welt gibt es den Brautraub noch heutzutage. Mit dem Brauch des Brautstehlens als Hochzeitsüberraschung stellt man diese Unsitte spielerisch nach. Welche Hintergründe der Brauch noch hat und welche Bedeutung, und welchen Sinn die spielerische Brautentführung heutzutage hat und wie man diesen Brauch gestaltet.

Der Ursprung dieses alten Hochzeitsbrauchs

Das Grundmuster dieser Tradition ist überall gleich: Einige Personen aus dem Freundeskreis des Paares entführen die Braut an einen Ort, an dem es etwas zu trinken gibt. Hier - üblicherweise eine Gaststätte - lassen sie sich so lange mit Getränken bedienen, bis der Bräutigam auftaucht und die Braut freikauft, indem er die entstandene Zeche zahlt.

Brautentführung - Früher und heutzutage

Hier beschreibe ich Ihnen die traditionelle Brautentführung, wie sie früher war, und zeige Ihnen einige neue, kreative Gestaltungsmöglichkeiten dieses alten Brauchs. Ich erkläre Alternativen zur Entführung der Braut und sage Ihnen, wie Sie es jedenfalls nicht machen sollten.

So entstand der Brauch der Brautentführung!

Einer der ursprünglichen Gründe für den spielerischen Brautdiebstahl ist, dass nicht nur das Hochzeitsrestaurant, sondern noch eine zweite Gaststätte von der Hochzeit profitiert. In ländlichen Gegenden gab es oftmals zwei Kneipen am Ort oder es gab zwei Lokale, bei denen die Familie des Bräutigams und die der Braut Stammgäste waren. Da sollte keine benachteiligt werden: Beim Oberwirt wurde gefeiert und zum Unterwirt wurde die Braut entführt. In diesem zweiten Lokal konnten sich dann noch Gäste einfinden, die nicht zur Hochzeitsfeier eingeladen waren. Hier bekamen sie einen Drink ausgegeben, sobald die Brauträuber mit der "gekidnappten" Braut eintrafen. So bewirkte die Brautentführung, dass sich beide Wirte und das gesamte Dorf freuen konnten.

Wie verlief die traditionelle Brautentführung?

Dem Bräutigam fiel die Brautsuche also nicht sehr schwer, er konnte sich denken, wohin man seine frisch angetraute Braut entführt hatte. Also ließ er den Entführern absichtlich genügend Zeit, eine ordentliche Zeche zu machen. Schließlich kam er hinzu, beglich die Rechnung und löste derart die Braut aus. Vielerorts musste er auch den Brautstrauß mitbringen, quasi als Beleg, dass er derjenige ist, der allein Anrecht auf die Braut hat. Die Braut wurde oftmals samt Brautführer entführt, der ja die Aufgabe hatte, sie zu beschützen. Ich habe insbesondere in bayrischen Dörfern erlebt, dass sich durch die Brautentführung die Hochzeitsgesellschaft für einen großen Zeitabschnitt auf zwei Gasthöfe verteilte.

Wann fand die klassische Brautentführung statt?

Regional unterschiedlich ist der Zeitpunkt der Entführung der Braut. Mancherorts wurde und wird die Braut schon während des Polterabends geraubt, doch das ist wohl eine relativ neuere Entwicklung. Es gibt auch Gegenden, in der es üblich war, die Braut schon vor dem dem Kirchgang zu entführen. Der eigentliche Zeitpunkt und Ort des Brautraubes ist aber seit jeher die Hochzeitsfeier.

 

Macht der Brautraub als Hochzeitsüberraschung heutzutage noch Sinn?

Oft werde ich gefragt, was die Brautentführung heutzutage noch soll. Bis ins Mittelalter (und in manchen Gegenden der Welt bis in die Neuzeit), wurden Bräute ernsthaft geraubt, um sich mit ihnen zu vermählen. Die sogenannte "Raubehe" soll bei "Raubrittern" nicht selten gewesen sein - und nicht nur bei ihnen, sondern auch in der feinen Gesellschaft. Das ist nicht mehr so; dennoch hat die Brautentführung noch einen guten Sinn.

Das ist die Bedeutung des Brautraubs.

Auf dem historischen Hintergrund kann der Brautraub heutzutage als Spiel symbolisch zeigen:

Zusammenleben ist immer gefährdet; der gemeinsame Weg ist nie ohne Risiko; es ist nicht leicht, gegen die äußerlichen Bedrohungen zusammenzuhalten. Doch - wie mit dem Ja-Wort versprochen - lässt der Bräutigam nicht zu, dass seiner Angetrauten etwas geschieht. Ihr "Schicksal" wird ihm nie gleichgültig sein; er wird alles aufbieten, dass Sie sich bei ihm geborgen fühlen kann; und da ist noch der Freundeskreis, der ihn dabei unterstützt.

Ein praktischer Grund für das Spiel der Brautentführung

Ein ganz praktischer Anlass kann aber auch weiterhin sein (wie oben für die kleinen Orte mit zwei Gaststätten beschrieben), eine zweite Lokalität in die Feier einzubeziehen. Das kann mehrere Gründe haben: Vielleicht ist da wirklich eine Lokalität, die man in dieser Weise berücksichtigen möchte; vielleicht gibt es aber außerhalb des Hochzeitslokals einen Ort, zu dem das Paar eine besondere Beziehung hat. Durch die Entführung kann man auch diesen Ort sinnvoll einbeziehen.

 

So gestaltet man die Brautentführung kreativ!

Den Ideen und Möglichkeiten bei der Gestaltung der Brautentführung sind kaum Grenzen gesetzt.

Die Entführer können ganz heimlich auftreten.

Dann ist die Braut zu zur großen Überraschung aller Gäste plötzlich verschwunden; und man stellt ein Suchteam zusammen.

Die Brauträuber können die Hochzeitsgesellschaft "überfallen".

Verkleidet als Raubritter in mittelalterlicher Kostümierung oder als Bankräuber, als Donald Duck'sche Panzerknacker oder im Stil von Räuber Hotzenplotz. Der Suchtrupp mit dem Bräutigam voran kann auf verschiedene Weise auf die Spur der Braut geführt werden: Vielleicht wird dem Suchtrupp der Aufenthalt der Braut in Form eines Rätsels verraten. Auch ein selbstgeschriebenes Gedicht oder ein Symbol kann auf den Aufenthaltsort der Entführten hindeuten. Andererseits können Spuren gelegt werden, sodass eine regelrechte Schnitzeljagd zur Geraubten führt. Will man die gesamte Gästeschar eines Polterabends bei dieser Hochzeitsüberraschung beteiligen, so können sich die Gäste - aufgeteilt in kleine Gruppen - auf den Weg machen.

Mit der Möglichkeit, mittels Handy Kontakt untereinander zu halten, kann man sicher sein, dass sich nach einer abgemachten Zeit alle Verfolger am selben Ort treffen. Auf diese Weise kann kann man einen Ortswechsel organisieren, z.B. vom heimischen Partykeller (wo preiswert gespeist wurde) in die Stammkneipe zum " Absacker".

 

Brauträuber kommen am Polterabend

Es macht durchaus Sinn, die Braut schon während des Polterabends zu entführen. Die Brautdiebe tauchen plötzlich auf. Das gibt dem Bräutigam die Möglichkeit, seinen Einsatz für seine Liebste unter Beweis zu stellen. Nach dem Motto:

"Meine Auserwählte lass ich mir nicht abspenstig machen. Ich bringe vollen Einsatz, damit ich sie schließlich zum Brautaltar führen kann."

Der Freundeskreis kann zeigen:

"Wir lassen dich nicht allein. Wenn du uns brauchst, lassen wir sogar unser Bier stehen und machen uns mit dir auf den Weg!"

 

Brautraub am Junggesellenabschied / Junggesellinnenabschied

Hen's night und Bridal Shower

Tradition hat der Junggesellenabschied (die Bachelor Party). Auch die Braut feiert das Ende ihres Singledaseins / Junggesellinnendaseins gern im Kreis der Freundinnen. (Im anglikanischen Sprachraum nennt man dies Hen's Night oder Bridal Shower). Die Brautentführung kann sowohl die Feier der Männer, als auch die der Frauen bereichern. Das kann z.B. so aussehen: Freundeskreis mit Bräutigam sowie Freundinnenkreis mit Braut feiern zunächst getrennt, was ja der Sinn dieser Veranstaltungen ist.

Doch im Laufe des Abends bekommt der Bräutigam die Nachricht (Handy macht es möglich), dass seine Auserwählte direkt vom Weiberabend weg entführt wurde.

Nun ist erst mal "Schluss mit Lustig", denn die Suche beginnt und endet schließlich im Versteck der Braut. Dann darf es wieder lustig werden, denn "Jungs" und "Mädels" können vereint den Rest des Abends weiterfeiern. Eine solche Veranstaltung muss detailliert geplant sein, und im Vorbereitungskreis müssen Freunde des Bräutigams und Freundinnen der Braut gut zusammenarbeiten.

 

Bräutigamentführung - statt der Brautentführung

Vielleicht ist auch dies eine Möglichkeit für Ihren "Entführungsspaß":

Der Bräutigam wird entführt.

Der zukünftige Bräutigam verschwindet schon beim Junggesellenabschied oder am Polterabend oder bei der Hochzeitsfeier. Alles weitere kann so laufen, wie in den vorhergehenden Kapiteln für die Brautentführung beschrieben - außer, dass die Rollen zwischen Männern und Frauen vertauscht sind. Überraschend für die Gästeschar ist eine solche Entführung jedenfalls. Denn es wird eine Brautentführung erwartet.

Eine Variante des Brautraubes und der Bräutigamentführung

Die "Panzerknacker" oder "Raubritter" überfallen die Hochzeitsgesellschaft, um die Braut zu rauben. Doch "kurzentschlossen" nehmen sie lieber den Bräutigam mit, weil sie für ihn von der Braut ein besseres Lösegeld erhoffen.

 

Die Schuhentführung

Auch das hat Tradition und ist eine echte Alternative zur traditionellen Brautentführung.

Nicht die ganze Braut wird entführt, sondern nur ein Schuh wird ihr gestohlen. Üblicherweise wird der entwendete Schuh irgendwo im Hochzeitslokal (oder Polterabendlokal) versteckt, also in der Nähe. Der Bräutigam muss nun den Schuh zu suchen und auszulösen. Diese Möglichkeit wird gern gewählt, wenn man auf die aufwändige Brautentführung verzichten will.

 

Vor einer solchen Brautentführung warne ich!

So darf die Brautentführung nicht sein!

Lassen Sie den Brautraub nicht zur bösen Überraschung für die Braut werden.

Organisieren Sie als Freundeskreis die Brautentführung nicht gegen den Willen des Paares. Also sprechen Sie vorher mit Braut und Bräutigam. Soll es jedoch wirklich eine Überraschung werden, über die das Paar vorher nicht Bescheid weiß, so klären Sie Ihr Vorhaben jedenfalls mit den Trauzeugen oder dem verantwortlichen Hochzeitsplaner.

Stören Sie mit dem Brautraub nicht den geplanten Ablauf der Hochzeitsfeier!

Der Zeitpunkt für das Brautstehlen muss gut gewählt werden; denn die Aktion soll ja ein bereicherndes Gestaltungselement sein und nicht eine Störung der Atmosphäre.

Nutzen Sie den Brautklau nicht dafür, sich abzusetzen!

Schon manchmal hatte ich den Eindruck dass einige Freunde die Gelegenheit am Schopf packten, um an einer anderen Örtlichkeit - fern ab von der "langweiligen Verwandtschaft" - ein zünftiges Besäufnis unter Freunden zu veranstalten. Da kann es dann peinlich sein, wenn der nachfolgende Bräutigam die volltrunkenen Entführer antrifft. Allerdings habe ich auch schon erlebt, dass der Bräutigam bei der Suche nach seiner versteckten Liebsten keine Eile hatte und die Zeit nutzte, mit Freunden einen Zug durch die Kneipen der Gemeinde zu machen - das ist auch nicht so gut!